Hallo Leute,
12.02.2007
es ist geschafft: Platz 5 !!!! Top Five :-) Das war unglaublich aufregend.
Erstmal vielen Dank für euren grandiosen Einsatz und das Daumen drücken auf euren Telefonen !!! Besonders an Babsi und Michelle, die im Büro für mich immer die Drähte heiß halten und dem Affen Zucker geben, meiner Band (auch Reiner) die mir viel Sicherheit gibt und last but not least Radio Köln und an die Streetteams, die so geil Gas gegeben haben. Meine Mitstreiter waren ja teilweise nicht zu unterschätzen und wir haben gesehen, was es bringt, wenn man zusammen was auf die Beine stellt.
Damit mehr Leute Wind davon bekommen, was ich mache, bin ich die letzten zwei Wochen morgens um 5:30 Uhr aufgestanden und hab verschiedenste Radio Morningshows von Bielefeld bis Köln besucht. Danach ging es zu diversen Zeitungen, lokalen TV Shows usw., so dass ich immer bis spät abends zu tun hatte. Also kurz, ich war auch nicht ganz untätig :-)
In der Nacht zum 09. Februar wollte ich natürlich früh ins Bett, damit ich ausgeschlafen und fit bin. In Berlin waren wir noch bei dem so genannten „Punk Rock Italiener“ (in Hamburg gibt es einen „Punk Imbiss“, ich warte schon auf den nächsten „Punk Rock Japaner“ á la „Sushi Pistols" oder "Iggy Mario Vase Pop") ... wie auch immer, es war doch sehr lecker! Aber was ’ne 12 Euro Pizza mit Punk Rock zu tun hat hab ich nicht begriffen ...
Wie dem auch sei: ich bin brav um 11 Uhr inne Kiste und wollte schlafen. Hab mich gedreht wie ein Propeller und kam mir vor wie das Faultier in "Ice Age 1" auf dem Stein. Um 3:30 Uhr bin ich, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, in die Wanne zum müde werden. Da saß ich also und starrte die weißen Kacheln an und durch meinen Kopf fegte dieser Wirbelsturm. Ich habe versucht mein Leben nicht so wichtig zu nehmen. Was soll’s, da sitz ich da und bin nervös. Einer von Milliarden von Menschen und einer von den wenigen, denen es an nichts fehlt.
Und dann ging’s los: „Du bist doch nix anderes, als die armen Irren bei DSDS oder Starsearch, über die du dich immer so auslässt.“ Die ganze intime, individuelle einzigartige Explosion der Gefühle hab ich mal ins Verhältnis gesetzt zu den Dingen, die vielleicht wirklich wichtig sein könnten. Und selbst wenn man sich noch so im Klaren ist, was für ein kleines Licht man ist, das sich gar nicht so anstellen muss. Es gelang mir nicht, es auszuschalten oder wenigstens zu dimmen. Immer wieder führte mich die Leinwand in mir auf diesen Hocker vor ein paar Millionen Leuten am TV. Dann ließ ich wieder Wasser laufen. Das Geräusch beruhigt ungemein. Und während meine Gedanken mit dem heißen Wasser in die Wanne strömten und eine weile zogen wie Tee, begann ich zu schmunzeln. Meine Gedanken gingen ohne Zügel ihrer Wege und dann fühlte ich ein paar Sekunden, dass es sich eben so gehörte ! Ich hatte die Gedanken, die sein mussten hinter mir gelassen. Und immer noch gingen mir Tausende durch den Kopf!. Das ist der fucking Wille zum Leben, der da mit reinspielt. Klingt übertrieben was ? Aber das ist das Dasein, das da so abgeht. Du musst ein verdammter Buddha sein und schweben lernen, um cool zu bleiben, um da einfach drüber zu stehen. „Ich nehme mich viel zu wichtig, wenn ich dagegen ankämpfe. Und wenn ich mir sage, dass es gut so ist, dann tauche ich ein.“ Das beruhigte nicht wirklich, aber ich war wach und konnte die Aufregung genießen, ohne mir meine ganzen Fingernägel abzureißen. So hatte es letztlich doch wieder was gebracht, sich von oben zu betrachten. Irgendwann schlief ich dann tatsächlich ein. Im Bett, nicht in der Wanne.
Der Tag begann: Ohhh, was ich vergessen habe zu erwähnen: mein Vater hatte Gürtelrose. Tolle Sache. Da bekommt man im Becken oder Brustbereich viele rote Punkte durch eine tieferliegende Nervenentzündung. Heut zu Tage kein Problem mehr. So, und ich – weiss der Teufel warum – bekomme drei Tage, nach dem ich ihn mal wieder zu Hause gesehen habe, auf meinem Schulterblatt ein kleines Sammelsurium an roten Punkten. Jetzt denkt der eine oder die andere: „hat der ’nen Schuss ? Wen in interessiert denn so was ? Wie peinlich." Ich muss euch davon berichten, denn die Dinger waren so angeordnet, das sie ein „P“ ergaben. Nicht nur, dass „Pickel“ mit „P“, nein ... auch ... jaaaa ... „Pohlmann“ mit „P“ beginnt. Meine Mutter ist fast vom Glauben abgefallen. Glaubt mir, das war keine Absicht, nur ein lustiger Zufall.
Also noch mal, der Tag begann: 9:30 Uhr: aufstehen und fertig machen ! 10:00 Uhr: Henning ruft an. 1 Stunde telefonieren. Danke Henning, das tat gut ! Anschliessend: Frühstück mit den Jungs und dann mit dem alten Lieferwagen von Ansgar zum Tempodrom. Dann, warten. 9 Stunden. Nicht, dass es nicht toll war, ein paar von den Teilnehmern kennenzulernen, aber man saß doch viel herum, im sogenannten „Greenroom“.
Zwischendurch gab es eine Generalprobe mit unglaublich lautem Löwenbrüllen von Seeed am Ende ihres Liedes und einem ohrenbetäubendem Knall von Jan Delay am Ende seines Songs. Im TV vielleicht nicht so zu hören gewesen, aber es gab Beschwerden. Das Ding hat dem einen oder anderen Trommelfell ’nen echten Schlag verpasst. Soll bedeuten: vergesst mich nicht bei der Abstimmung. Hört auf euren Tinitus Piiiiiiiieep. Dann kam Stefan Raab noch mal bei jedem in der Garderobe vorbei und bedankte sich fürs mitmachen. Der war unglaublich freundlich. Einer, der so Backpfeifen verteilen kann, weiß eben auch, wie es anders herum geht. Und ich muss noch mal sagen, dass ich die ganze Sache, die er da aufzieht ziemlich spitze finde (natürlich, ich habe ja davon profitiert), denn Leute wie ich bekommen dort Chancen – fern der üblichen Musikmedien. Eine Band wie Oomph, man mag davon halte was man will, hat sich über Jahre hinweg mit ihrer Arbeit ihre Leute erspielt und so die klaren Favoriten von ihrem Sockel geholt. Oomph hört ihr nicht im Radio und sieht man kaum im Fernsehen. Das gibt uns anderen Musikern doch wieder viel Selbstvertrauen, diese Wege zu nehmen, wenn man anders keinen Fuß auf die Erde bekommt. Aber das sag ich ja immer wieder: Live ist die Geheimwaffe. Und wenn meine 2. Platte fertig ist, ziehen wir richtig los.
Jedoch & trotzdem: ACHTUNG WERBUNG :-)
Trotz meines Raabauftritts, gibt es noch ’ne Menge Radiostationen in Deutschland, die das Lied kaum bis gar nicht spielen. Selbst in NRW. Ich könnte jetzt noch erklären, was es bedeutet, wenn Radiosender Songs „testen“, um dessen Wert für ihre Hörer einzuschätzen, aber das wird alles zu trocken. Ich bin überzeugt davon, dass „Mädchen und Rabauken“ ein echter Bringer ist. Wir brauchen nur etwas Geduld und weiter eure starke Unterstützung. Und Radios brauchen ein Feedback ihrer Hörer. Daher, wenn ihr mal Bock habt, ruft bei dem Radio eurer Region an und fragt mal nach des Pohlmanns Lied.
Zurück zum Contest: Leider haben die zu meiner Lieblingsband avisierten „Tele" keinen so guten Schnitt gemacht. Mir unverständlich. Ich finde ihr Lied „Mario" und den Text ’nen Oberoberknaller. Aber auch die werden viele neue Leute gefunden haben, die ihnen jetzt noch treuer die Stange halten. Stefan Raab stand auf der Party nachher bestimmt ’ne Stunde bei dem Sänger der Band um, wie es mir schien, ihm Mut zu machen. Die waren schon etwas enttäuscht. Das hätte mir genau so passieren können. Die Fans auf ihrer Website sind fassungslos über das Ergebnis. Aber ich glaube nicht, dass man jetzt sagen muss „Deutschland hat einen schlechten Musikgeschmack“. Nein, wir bekommen eben nur ’ne ganze, ganze Menge von „immer das Gleiche" vorgesetzt und der Mensch ist ein Gewohnheitstier – das wissen die Medien. Es liegt an ihnen, für Vielfalt zu sorgen. Dann wird auch differenzierter zugehört.
Wie kann Jan Delay sagen „Deutschland hat keinen Style" ... hey Baby, du hast doch im letzten Jahr alles abgeräumt, was es abzuräumen gab. Du bist doch der alte „Punkrock Italiener“. Hast du Angst, dass dir was von deinem Imperium flöten geht, Cäsar, weil du den 2. hast. Du bist ein Hammer ! Das haben dir schon alle gezeigt.
Na ja, wie auch immer. Irgendwann kam der große Moment für mich. Und wir wurden vom Greenroom abgeholt. Die Bands klatschten jedem der raus ging laut Mut zu. Absolut fair play. Der Song musste gekürzt werden, damit ich, wie alle anderen auch, auf meine 3 Minuten kam. Ich schließe immer gerne die Augen, wenn ich singe, weil ich mir so meine Songs „erschnüffel“ und es eine Art und Weise ist, die ich verinnerlicht habe. Man sagte mir, ich solle sie bitte, bitte offen lassen, damit die Leute zu Hause einen Zugang zu mir bekämen. Also gut, mach ich. Ist ja alles Spezial :-) Und dann rauf . Ich hab noch die Ansage vom Raab im Kopf: Jack Johnson ist bald der amerikanische Pohlmann. Und dann ging’s los! Kann mich gar nicht wirklich erinnern. Hab mich glaube ich ein Mal versungen. Riskieren und Verlieren verwechselt. Ansonsten lief es OK. Die Situation ist unwirklich aber irgendwie sexy. Hatte danach trotzdem keinen Schimmer, was ich da abgeliefert hatte. Man kam von allen Seiten auf mich zu und gratulierte, als ich wieder zurück war. Ich dachte mir, das machen sie ja bestimmt bei jedem. Und wenn es auch half, kein Grund zur Vorfreude. Runter kommen, locker werden, Bier trinken mit Ingo von Mia ! Mit dem kann man erstklassig Bier trinken und schnacken. Dann gesellte sich noch dieser irre Posaunist der Reggae Band von Kalle hinzu und redete in schamanen-haften Zügen von der Magie der Musik, von woher sie kommt und wohin sie geht. Erst dachte ich, der nimmt uns auf die Schippe, weil der den verdammten Schalk im Nacken hat, aber dann ... Ich glaube, er meinte es ernst. Er hatte die andere Seite im Blick. Auf ihrer Seite gibt es bestimmt ein paar coole Filmchen, die Thomas D gemacht hat, der hatte nämlich den ganzen Tag die Kamera in der Hand. Schaut da mal rein, dann wisst ihr was ich meine ... „Mit dem Dope durchs Telescope“.
Dann kam die Abstimmung: 12 Punkte aus NRW !!!!!!!!!!!!!!!! Das heißt was. Verdammt noch mal !!!!!
Gib Gas Pohli ! Das ist kein kleines Bundesland. Das sind mind. zwei Bundesländer. Denn wenn man ehrlich ist, gibt es da die Westfalen und die Reinländer. Die teilen sich auf unter Köln und Düsseldorf. Und dann noch der Pott. Und die unter einen Hut zu kriegen ... Es geht letztendlich nicht darum, wer die meisten Stimmen in der Gesamtwertung bekommt (das wäre ungerecht, bei so einem großen Bundesland) sondern wer die jeweiligen 12 Punkte bekommt. Das heißt, dass du in einem kleinen Bundesland weitaus weniger Menschen erreichen musst, als in einem großen, so unübersichtlichen wie NRW. Also da war ich schon etwas stolz. Wie geil :-) Dann über die Werbepause und zwei weitere Runden vor Mia. Baby, Yeah ! Das war mein Wintermärchen. Letztlich den 5. zu machen, war über das von mir eingeschätzte Ziel hinaus gegangen. Ich hatte mit 8 oder 7 gerechnet. Aber 5,, das war der 1. nach den Giganten. Pohlmann war nicht zu übersehen, was will man mehr.
Nach der Nummer ging es dann natürlich: bis 5 Uhr. Mit den vollen in die Vollen für eine volle Hand.
Nochmal: Muchas Gracias !!!!!! Täterätätä !! euer Pohlmann.
