SE ORA FOSSE ESTATE!
06.05.2009
Hi Leute
Ich war ja anlässlich des Earth Days in Rom. Dort fand das zentrale Konzert der 180 teilnehmenden Länder statt.
National Geographic hatten mich eingeladen eine kleine Doku zu moderieren.
1. spielte da der große Ben Harper, 2. war ich gespannt auf den Job und 3. wollte ich mich auch auf das Thema Earth Day einlassen.
Um die Hintergründe zu erfahren, musste ich mich erstmal informieren und kam unter anderem zu folgenden Informationen.
In den 70er Jahren schon hatten Studenten in den USA die Idee einen Tag zu feiern an dem sich die ganze Menschheit für ihr Dasein auf diesem Planeten dankbar zeigen soll. Ganz besonders aber im Bezug auf den Planeten. Ziel war es, dass die ganze Welt diesen Tag als Feiertag anerkennt.
Jedes Jahr findet der Earth Day unter einem neuen Motto statt und die Betreiber dieses Events machen sich immer einen riesen Kopf darum, wie man die Leute dafür begeistern kann. So nach und nach wurden dann auch jährlich diese großen Konzerte veranstaltet.
In Deutschland wurde das auch schon versucht. Es hatte aber nicht den erhofften Erfolg gegeben. Das wird es wohl erst, wenn man damit auch Geld verdienen kann.
Es ist eine einfache Formel, solange der Umweltschutz wirtschaftlich keinen Profit abwirft, investiert keiner.
Wer weiß, vielleicht sollte man dieses Thema mal für sich anpacken und nächstes Jahr was tolles veranstalten?.
Wie auch immer das Motto dieses Jahr war: Global Handeln - Lokal Denken.
Man kann das auch umdrehen finde ich.
Es geht darum, dass wir unser Bewusstsein hinsichtlich unseres Konsumverhaltens schärfen.
Letztendlich werden die Gleise der Verarbeitungswege durch unser Kaufverhalten gestellt. Denn die Verarbeitung- und Transportwege der Waren aus aller Welt, die unter einander vernetzt sind, verursachen den größten Teil der Erdverschmutzung.
Ich habe mir mal meinen Kleiderschrank durchgeschaut. 3 paar Schuhe kommen aus China und einige Klamotten sind in verschiedenen teilen Asiens hergestellt. Eigentlich versuche ich drauf zu achten, es gelingt mir aber nicht immer.
Dann schaut man nicht genau hin. Irgendwo ist es auch die Eitelkeit, die einen nicht so genau hinschauen lässt. Aber was erzähl ich? - wir wissen, das alle ganz gut oder zumindest viele von uns.
Immer mehr und mehr Menschen fangen an ihr Verhalten umzustellen und erste Unternehmen reagieren.
Natürlich wird parallel zur erfreulichen Entwicklung von nachhaltig und umweltbewussterer produzierter Ware auch das so genannte „Greenwashing“ betrieben. Das machen große Firmen, die die Umstellung auf umweltfreundliche Produktionen nicht so schnell bewerkstelligen können.
Die Manager bemerken das veränderte Kaufverhalten des Konsumenten und entwerfen Werbepläne, in denen sich zum Beispiel Stromanbieter oder Autohersteller damit brüsten besonders viel für den Umweltschutz zu tun um den Kaufanreiz zu steigern. In Wirklichkeit aber machen sie manchmal sogar das Gegenteil.
Zum Beispiel wirbt ein großer bekannter Stromanbieter damit die riesigen Waldgebietsflächen, welche durch den Kohletagebau zerstört wurden, wieder aufzuforsten. Man würde Bäume Pflanzen, wenn man den Strom dort abnimmt.
Aber das sie vor haben 2-3 weitere Kohletagebauwerke zu bauen und damit Deutschland zum Europäischen Klimakiller Nr. 1 zu machen wird verschwiegen.
In Wirklichkeit ist es die Pflicht eines solchen Konzerns das nachpflanzen der Bäume zu gewährleisten. Das müssen die eh am Anfang in einem Vertrag unterschreiben.
Die wenigsten haben sich jedoch bis jetzt wirklich drum gekümmert. Jetzt lässt sich mit dieser Klausel aber schön Wetter machen.
Egal, manche geben sich aber viel, viel Mühe, gehen Risiken ein und versuchen innovative Technik auf den Markt zu bringen oder stellen ihre Produktionen um.
Es ist ein Informations-Dschungel, durch den derjenige muss, der versucht sein Kaufverhalten umweltgerecht anzupassen.
Wenn man dann noch mit Leuten spricht, die richtig Ahnung haben, steht man eh da wie kurze Hose Holzgewehr.
Und oft verändert man nicht viel, aber es werden Zeichen gesetzt und das wird registriert.
Darauf kommt es wohl erstmal an.
Wer sich über Betrüger informieren möchte oder wissen will, wem man vertrauen kann, kann das auf der offiziellen Greenpeace Site tun. Sehr spannend und viel informativer als das was ich hier bringen kann.
Thema Stromwechsel: http://www.greenpeace.de/
Aber selbst wenn man so ein Festival planen will und man möchte, dass es möglichst viele Menschen mitbekommen.
Dann braucht man Sponsoren und die Sponsoren, die das meiste Geld haben, haben nicht immer die Umweltfreundlichste Firmenpolitik.
Auch da weiß ich wieder eine Maurerweisheit. Mein Polier meinte zu mir in der Lehre: "Was du mit den Händen aufgebaut hast, schmeißt du mit dem Arsch wieder um".
Das passiert dir wenn die Mauer frisch ist und du dich unachtsam zum Speissfass umdrehst. Wenn du dann beim Bücken den Hintern nach hinten drückst, kann das der Mauer einen verpassen (Nur um das Bild fest zu halten) :)
In diesem Fall aber war der Sponsor National Geographic, was schon mal seriös ist.
Die sind sogar so weit gegangen, dass sie ein Projekt ins Leben gerufen hatten, das "Missione Roma" heißt und die Wiederaufforstung eines großen Waldgebietes in einem Tal vor Rom unternimmt. Die Alten Römer haben damals für ihre Schlachtschiffe so viel Holz gebraucht, dass sie ein ganzes Tal mit ihren Äxten kahl fällten. Das Tal wird wieder aufgebaut und soll unter anderem den Kohlendioxidausstoß des Earth Day Konzertes selbst kompensieren.
Ich habe dort in Rom ein paar Bilder gemacht. Zum Bilder gucken bitte hier klicken
Wer mal schauen möchte bitte.
Bis demnächst.
Ingo
Ach und PS:
Bitte habt noch ein wenig Geduld mit der neuen CD. Es gibt noch sooo viel zu tun. Aber „Gut Ding will Weile haben oder so“ :-) Ich bin gerade wieder in Berlin – einen genauen Termin kann ich leider noch nicht nennen. Aber ihr könnt euch sicher sein: ich halte euch auf dem Laufenden!
Und wer errät was der Titel bedeutet gewinnt ein Mettbrötchen ;-)
