Pohlmann - König der Straßen

TAGTRAUM

28.12.2007

 

Neulich Nacht konnte ich nur sehr unruhig schlafen. Ich hatte verschiedenste Träume. Aber einer war sehr klar:

Es ging um die Ankunft fremder Raumschiffe auf der Erde. Da waren Aliens, die an den Wänden der gegenüberliegenden Häuser krabbelten und wie riesige Heuschrecken zwischen den hohen Häuserreihen hin und her sprangen.

Am Himmel sah ich bunte Lichter und erst hätte man denken können, es wären die Lichter irgendwelcher Strahler gewesen, die vom Boden aus durch die nächtlichen Wolken schossen und von ihnen schemenhaft reflektiert werden, aber dann rissen die Wolken auf, immer weiter auf, und ich sah die ersten großen Raumschiffflotten wie Kinderspielzeug zwischen den Sternen fliegen.

Sie hatten die verschiedensten Gestalten und Formen und aus den Düsen ihrer Antriebe feuerte es mal blau, mal rot und mal grün oder lila.
Sie flogen alle durcheinander flogen, allen Richtungen folgend, kreuz und quer am Himmel und in mir stieg ein Gefühl auf von Euphorie und der Freude auf Neuigkeiten.

Aber irgendwie mischten sich diese Empfindungen auch mit Angst und Schrecken.

Aber jetzt war erst mal klar, dass es sie gibt und ich darf es miterleben ... was sie uns wohl bringen mögen - diese „Außerirdischen"?

Vielleicht Antworten auf ein paar Fragen:
Welche Ähnlichkeiten oder Unähnlichkeiten könnten wir feststellen?
Welche Parallelen gibt es, die vielleicht ein Muster aufzeigen? Ein Muster in der Entwicklung des Lebens im Universum an sich und nicht nur hier auf der Erde.
Endlich gäbe es die Möglichkeit auf einen Vergleich.
Vielleicht fühlte ich ein bisschen wie diese Idiotin bei „Marsattacks" die sich so freute...Aaaaaat at at aaaarrrrrrt at ..at at at !!!!!! (dazu sollte man den Film kennen : )

Die ganzen bunten Lichter, die ihrer Raumschiffe, waren schöner als jedes Feuerwerk und es machte den Anschein, als wollte uns die ganze Galaxie auf einmal besuchen.
Was mich im nachhinein beruhigte, denn das ließe ja wenigstens auf eine Allianz hoffen.

Ich hatte nicht mal das Gefühl, dass ich träumte, was mir sonst bei so realistischen Träumen passiert.

Es gibt sehr realistische Träume, in denen ich sogar bestimmen kann, was als nächstes geschieht - aber diese Art von Träumen hatte ich leider länger nicht mehr und sie geschehen eher in einem Mittagsschlaf.

Als ich dann leider doch aufwachte, konnte ich nicht mehr einschlafen, obwohl ich sehr müde war. Ich hätte gerne weiter geträumt.

Es gibt ja dieses „Boahh Wahnsinn! Ich glaub ich träume."

Wenn ich im Traum jemanden fragen sollte: „ Zwick mich mal."
Ich meine, wacht man davon wirklich auf?

Wenn ich sag „Hau mir mal kräftig eine runter, so dass es rappelt im Karton."
Dann tut das weh und falls ich vielleicht nicht träume, möchte ich doch nach Möglichkeit solchen Schmerzen aus dem Weg gehen.

Daher vermeide ich natürlich jedes unnötige Aufwachen und Betteln um Zwicken bei schönen Träumen.

Bei mir wäre es eher so, dass, wenn ich etwas Schönes träume und mich jemand im Traum so zwickt, dass ich aufwache, dann würde ich zusehen, dass ich wieder einschlafe, um demjenigen eine runter zu hauen. Soll der doch aufwachen.

Als ich so da lag und an die Decke starrte, dachte ich weiter darüber nach was ich wohl fühlen oder tun würde, wenn so etwas wirklich mal passiert und ich dabei wäre.

Diese Gedanken hielten mich eine Weile wach und ich erlebte eine Art Jules Verne Abenteuer. Ich folgte den Spuren der Biogenetiker, die sich erklärten, warum die so aussehen wie sie aussehen und wir Menschen hatten zum ersten Mal ein Gefühl der Gleichheit untereinander unerheblich unserer äußeren Unterschiede.

Denn es gab etwas das Intelligenz besaß und so gar nicht aussah wie wir.
Ich war auf der Flucht und versteckte mich mit meinem Mädchen atemlos unter dem Bett, während sie mein Zimmer untersuchten und auf der Gitarre ziemlich schlecht waren.
Und so kam ich mitten in der Nacht zu meinem Tagtraum.

So. Jedenfalls konnte ich wirklich nicht mehr schlafen und dachte über tausend Dinge nach. Die Raumschiffe und die Aliens verschwanden wieder in den Abgründen des Unendlichen und das Business holte mich ein.
Die Zahnräder griffen jetzt unaufhörlich für die Überlegungen der nächsten musikalischen Projekte ineinander. Eine Covernummer von Dean Martin steht an, ich soll zur Niels Ruf Show, eine ZDF Produktion startet demnächst. Da werde ich mit einem Kind einen Song schreiben ... Hoffentlich fällt uns da etwas ein. Und das Ganze war noch vor der Kroneverleihung.

Ob wohl genug Leute zu den Zusatzkonzerten kommen im Januar?.. Mit Zusatzkonzerten kann man vielen Leuten ne echte Freude machen, aber es ist alles sehr kurzfristig geplant und kostet viel Geld.
Hoffentlich bekommt es auch jeder mit, der kommen würde. Haben wir genug darauf aufmerksam gemacht und?.... warum konnten die an Wänden krabbeln?!!!

Plötzlich hörte ich auf der Straße einen lauten Knall! Mein Mädchen wachte langsam auf und ich hatte das Gefühl es wäre kurz hell geworden draußen. Ich ging ans Fenster zum Balkon und wo eben noch die Schlankgliedrigen Aliens auf der anderen Seite der Straße an Wänden der Häuserreihen klebten war alles ruhig. Sie, die Stresemannstraße, auf der schon viele ihr Leben ließen, eine der Venen Hamburgs, die sonst so stark unter den Tonnen der Lastwagen ächzt und ihnen standhält, war wie leergefegt und geisterhaft.
Ein Mädchen in dunklen Klamotten fuhr vorbei und machte einen, soweit ich es erkennen konnte, gedankenvollen Gesichtsausdruck.
Aber nichts, das mit dem lauten Knall zu tun haben könnte.
Sie fuhr im Stehen und stemmte sich eilig in die Pedale - sie hatte eine Verabredung dachte ich, denn sie hatte diese große Mappe dabei wie sie Kunststudenten haben, in denen sie ihre Zeichnungen aufbewahren. Ich schaute auf die Uhr - es war 4:33h.

Bald müsste ich auch aufstehen und ich legte mich wider ins Bett, um vielleicht doch noch mal schlafen zu können. Es gelang nur schwer die Gedanken zum Schweigen zu bringen. Irgendwann in dem Moment, in dem ich nicht damit rechnete, schlief ich ein.

Das Loslassen in der Nacht ist eine Akrobatik, die durch das Vergessen gelingt.
Gute Nacht ... Euer Pohlmann

 

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