Pohlmann - König der Straßen

Tourende

11.12.2007

 

So die Tour ist jetzt schon wieder vorbei. Aber es ging ja gleich weiter 1 Tag danach hatte ich schon mit meinem Kumpel Melvin den Rocker vom Hocker zu regeln.
14 Bands, alle an einem Abend, jeder Musiker spielt 3 Songs über ein Set Up (dieselben Instrumente) bis tief in die Nacht hinein. Und es war ein Traum. Mehr darüber findet ihr auf der neuen My Space Site, auf der es demnächst auch Photos und Filmchen über das Event geben wird. IHier klicken und Freund werden!

Aber erst mal zurück zur Tour;
Jeder Gig hatte seine eigenen Highlights. Es ist wie mit dem Käse im Kühlregal auf dem steht, „ ies ist ein Naturprodukt.Verfärbungen unterliegen natürlichen Schwankungen.“

In Dresden und München waren im Verhältnis zu den anderen Gigs weniger Leute da. Aber genau das hatte auch seine Spannung.
In Dresden haben wir vor 150 Leuten in einem 500er Laden gespielt. Erst denkt man sich „Na ja, immer hin!“ und dann stehst du da; die schauen dich an und du merkst mal wieder, dass die Anzahl der Menschen keinen Unterschied macht. Du willst es gut machen. Und das war es.

In München waren wir einen Tag zuvor essen mit Michael, unserem Tourmanager, der uns mal so richtig zünftig ausführte.
Da waren wir im „Andechser“ und tranken „schaumiges“ Bier. Yeah! War das ein Genuss. Ein Schaumiges, das ist ein „halber“, der zu fast 2/3 aus Schaum besteht und Bier enthält, in etwa der Menge eines oder 2 Köllschs. Ihr wisst was ich meine. Und es hat geschmeckt wie aus dem Himmel gezapft!!!
Und da ich ein Bier nie austrinke, sondern immer einen Rest drin lasse, der mir nicht schmeckt, und dafür in Hamburg immer schräg angeschaut werde, war ich froh, dass das in München jedoch üblich war. Man nennt den Kohlensäurefreien, zu meist warmen und arg spuckehaltigen Rest „Nogaln“. Ich war froh, dass es dafür ein Wort gibt, was meinen Ekel legitimiert :)

Dann haben die da einen sogenannten Stehausschank. Das ist ein kleiner Vorraum in der Nähe der Küche aber mit einer Tür zur Straße. Dort stehen Leute und bekommen das Bier direkt aus der Küche und können es da im Stehen trinken. Ich habe leider den Grund vergessen warum so etwas eingerichtet wurde, hörte aber, dass da, wenn man die Ohren spitzt, die besten Geschichten erzählt werden, wenn es voll ist. Und da es dort dann so eng wird, kennt bald jedermann jedermann.

Als wir dann da standen und noch schnell ein Schaumiges auf die Hand bekamen, öffnete sich plötzlich unter höllischem Gequietsche die große, schwere, verzierte Holztür des Stehausschanks.
Ich sage „Höllisch“, da das Geräusch der Tür schon klang als wäre ihr Sound die Einleitung der HorrorStorys und Erzählungen von H.G. Franks Hörspielen. Es war mit ein wenig Phantasie so, als hätte man den Teufel gefangen, ihn auf eine Streckbank gefesselt, mit Weihwasser voll geschmiert, ihm die unglaubliche Geschichte von Adam und Eva erzählt, während man ihn streckt und mit einem Rosenkranz erdrosselt. Zum Schluss kommt das Knacken, welches das letzte Einrasten der Zahnräder vermuten lässt ..... Ich übertreibe????? Ich übertreibe nie :)
Also bitte... hier die Tür vom Stehausschank Andechser in München.



Der Gig in München war ein großer Spaß.
Schade, dass man nicht in jeder Stadt einen Off day hat, an dem man auf Erkundigungsreise gehen kann mit einem so erfahrenen Stadtführer wie es für uns Michael in München war.

In Berlin gab es auch einen Ruhetag für uns.
Das 1. Hotel war zu weit vom Frannz Club entfernt, was zu Komplikationen führte. Wir buchten also um. Michael machte es möglich.
Dann bekamen wir ein Hotel in einem Rotlichtviertel. Wir zogen ein und das Bett, das man aus dem Schrank holte, war eher eine Pritsche, was vielleicht für den einen oder anderen geht - für Hagen, der über 2 Meter misst, aber zu Schlafstörungen führte.
Außerdem hatten einige von uns das Gefühl, das der nahegelegene Strich und die billigen Preise, ihre Rückstände in und auf der durchgelegenen Matratze hinterlassen hatten, wie auch auf dem etwas versifften Sofa in meinem Zimmer. Zudem hatte das ganze den Charme eines Krankenhauses. Und wir entschlossen nochmal umzuziehen. Rock´n’Roll hin oder her. Das nächste Hotel war sehr gut und kostete nicht viel mehr.

In Berlin hatte ich Dominique Marquee und Tobias Tadday zu Gast. Wie schon vor der Tour erwähnt haben wir uns während der Anfänge der RockervomHocker Zeit besser kennengelernt und so war es mir wichtig, dass die beiden mal rumkommen.

Dominique hatte oft nur die Möglichkeit während des Einlasses zu spielen. Daher fehlte ihr manchmal die Aufmerksamkeit, die sie verdient. Unter My Space kann man mehr über sie erfahren und sich ihre Songs anhören. Tobias machte seine Sache erste Klasse und der geht bestimmt bald ganz steil :) Schöne Grüße mein Alter..

Einen Gruß möchte ich noch an die Tourreporterin Silke los werden, die uns 2 Tage begleitete. Deine angenehme Zurückhaltung hatte uns alle positiv überrascht. Man hatte dich kaum bemerkt. Ein echter Beobachter also :) Ich bin mal gespannt, wie wir bei dir weg kommen. Wenn wir das nochmal machen würden, wärest du wieder dabei, sofern man es nicht gewinnen kann.

Im Großen und Ganzen war die Tour ein Erfolg und da wir merken, wie wichtig es ist, unter und mit den Leuten zu sein, die die Musik, die ich mit den Jungs mache, genau so genießen wie wir, haben wir ja wie bereits angekündigt, eine 2. kleine Tour in der Mache.
Dieses Mal kommt Ben Hamilton mit, dessen Musik wir sehr schätzen. In Hannover konnten ihn schon einige Leute bewundern und er verkaufte alle CDs, die er dabei hatte - was natürlich meine Verkäufe reduzierte. Das nächste Mal, lieber Ben, darfst du nur 3 CDs pro Abend verkaufen und 1 Shirt und keine Schlüsselanhänger : .... Respekt! Man und ich freu mich aufs bald....und ... ich habe dein rotes Hemd eingepackt: meine Mutter wird es bügeln :)

Und jetzt komme ich zum Schluss meiner Nachberichterstattung und sag noch was zu meiner Band und zu Babsi und Michelle und Henning.
Also Jungs und Mädels. Eigentlich ist das ein Gruß, den man sich privat schicken sollte, aber ich möchte das mal offiziell machen.
Es ist eines der größten Geschenke, die man bekommen kann, unter so tollen Umständen Musik zu machen.
Sei es mit den Jungs auf Tour zu sein und dieses respektvolle Miteinander zu erleben, das dieses “aus dem Koffer leben“ zu einem Spaziergang macht; oder mit Babsi, Henning und Michelle neben all den Scherzen und anderen wichtigen Dingen, meine wichtigen Dinge zu regeln und zu entscheiden. Dafür wollt ich mich von ganzem Herzen bedanken. ...... Und immer schön an das eine denken :))))
Ingo

 

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