Muchas Gracias Leute!
07.06.2007
Was für ein Wochenende! Am Freitag ging es los. Von Münster aus sind wir alle zum.... Rock in den Park gefahren. Die Stimmung in der Band ist wie eine lang ersehnte heile Welt. Man erwacht mit einem Grinsen und kommt vor Lachen nicht in den Schlaf. Danke Jungs - das macht sooooo einen Spaß!!!
Hinter den Kulissen in dem großen Aufenthaltsraum ist immer ein Wahnsinns Gewimmel. An einer Ecke stehen die Kooks, angezogen wie die Stones in den 60ern - den Pony mit nem Flammenwerfer auf eine Länge gebrutzelt. Mit ihren Cognac-Schwenkern in der Hand machen sie dem Rock ’n’ Roll alle Ehre. Sehr coole Typen. Halten ihre Drähte immer schön am Glühen und sind in ihrem Kreis ultra freundlich zueinander. Daneben sitzt die Band Mia. vor 3 Kameras, Mieze rückt ihr kleines Zirkushütchen zurecht, so dass es schräg auf dem Kopf sitzt und Paolo Nutini (den ich ja hammer find!!!) geht fast ohne den Boden zu berühren vorbei, auf seinem Weg zur Bühne. Ich schaue, denke und fühle ihm hinterher... gleich geht’s los... auf die Bühne. Vor die Leute... jetzt gleich... jetzt gleich... Yeah!! Ruhig Blut ..ich springe aus dem Stand eintausend Meter hoch......
Überall stehen diese Playstation-Zeitvertreib-Obelisken im Weg, an denen manchmal die seltsamsten Gestalten miteinander zocken. Es ist wie in der Bar auf Moss Eisley (Star Wars). Nur, dass keiner Schusswaffen trägt. Zumindest nicht sichtbar am Gürtel. Aus den nebeneinander stehenden Künstlerboxen mit den ehrwürdigen Namen der Bands, hört man wie man sich einsingt oder jemand macht Stimmübungen, die immer etwas seltsam klingen wie MA MA MA MA MO MO MO MO LI LO LI LO LA LA BLO!!!
Ich hab es mich früher nie getraut mich einzusingen, wenn jemand im Raum war. Weil das so lächerlich klingt. Heute mach ich es wie die Kooks - Gitarre in die Hand und ein zwei Lieder singen - das wärmt auch auf.
Was beim Parkauftritt echt Magie war, war, dass wir bei strömenden Regen mit dem Shuttle zu Stage gebracht wurden und der Himmel aufriss als wir zu spielen begannen. Es und fing wieder an zu regnen als wir fertig waren... ein bisschen jedenfalls =)
Ein guter Gig!
Dann kam Paolo Nutini. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass er fast während des ganzen Auftritts auf Zehenspitzen geht. Sänger haben manchmal ihre eigene Körperhaltung, weil sie sich dem Gesang anpasst. So wie ich meine Mikroposition habe, so dass ich meinen Hals lang mache, geht der Typ auf Zehenspitzen. Interessant wie ich fand. Bei manchen sieht das echt seltsam aus, wenn sie in sich gehen. Aber das will man ja auch =)
Joe Cocker wollte man am Anfang wirklich von der Bühne holen, weil ein Veranstalter dachte er hätte einen epileptischen Anfall.
Wie auch immer - nach dem Gig ging es noch etwas über den Platz und dann weiter nach Frankfurt in ein Hotel. Ich hatte mir inzwischen eine leichte Bänderdehnung zugezogen und Reiner ist böse gefallen und hat sich das Bein dabei grün und blau gehauen. Der Laptop unseres Fotografen bekam versehentlich eine Bierdusche, welche er relativ schwer verletzt überlebte. Am nächsten Tag weiter nach Iserlohn. Man sagte uns wir hätten da ein Stadtfest, das so Festivalmäßig geplant sei. Aha. Stadtfeste sind etwas Schönes. Wir erinnerten uns an Münster. Und demnächst Bochum Total und die Kieler Woche!!!
Als wir ankamen, mussten wir erschreckt feststellen, dass wir auf einer Autohauseröffnung spielen mussten. Irgendwie ging das aus den Veranstaltungsverträgen nicht klar hervor. Klee, die an dem Tag auch dort spielten, hatten gerade einen Gig in Istanbul und wurden für den Tag vom Bürgermeister ins Rathaus zum Essen eingeladen, was sie jedoch absagen mussten um zu einer Autohauseröffnung zu fahren, bzw. erst mal zu fliegen.
Wir fanden es auch äußerst seltsam. Autohaus ist etwas „billo“.... und nach „Rock im Park“ ein echter Kulturschock. Zu dem Zeitpunkt an dem wir spielen sollten, standen rund 10 Leute am Eingang dieser großen frei geräumten Halle. Akustik - eher kirchlich. Hatte Ansgar aber dann noch weitestgehend in den Griff bekommen. Wir konnten unseren Auftritt eine halbe Stunde nach hinten verschieben. Letztlich standen so 150 Leute mit verschränkten Armen 20 Meter von der Bühne entfernt an kleinen Stehtischen und hörten zu. Jemand von der Veranstaltung fragte mich noch ob man die Bestuhlung aufbauen sollte .. .oh mein Gott. Gestern spielten Juliane Werding und Milva (Schlager härtester Güteklasse) ... oh mein Gott...
Vor dem Gig meinte Hagen aber zu mir, weil mich ein wenig der Unmut packte ( Starallüren - ihr wisst schon ; ) „Komm schon Ingo, da sind über hundert Leute - wir geben unser Bestes! Das haben die genau so verdient. Außerdem sind auch eIn paar echte Fans da!“
Daneben Stand Reiner, hüpfte wie ein Flummi, rieb sich die Hände und sagte „Das wird gut. Das wird gut.“
Mensch, was hab ich geile Leute um mich. Dann kamen Christian und Christian und grinsten mich entwaffnend an.
Wir spielten gut, etwas introvertiert vielleicht, aber den Leuten hatte es wohl gefallen.
Eine Frau regte sich allerdings auf, weil sie in einem Stadtmagazin gelesen hätte, dass Pohlmann ganz ohne Dezibel-Power, sich nur der Kraft der Musik bedienend in die Seele und so weiter ... oder so ähnlich. Der Schreiber hatte einfach übernommen was Journalisten schrieben als ich noch vor einem Jahr alleine mit Gitarre unterwegs war. „Get the Blues“ von Danko Jones (Wir ließen es uns nicht nehmen) hat dann den ersten Knopf ihres Kragens Platzen lassen. „Hören Sie mal! Lesen Sie mal was hier steht! Was machen Sie denn für Musik? Das ist ja gar nicht was hier steht! Das ist ja was Anderes!“ Da wuchsen mir zwei kleine Hörner aus der Stirn und meine Zunge riss in der Mitte in zwei: „Entschuldigen Sie bitte verehrte Dame, das nächste mal informiere ich mich vorher besser was für Musik ich spielen darf.“
Am nächsten Morgen ging es dann zum Rock am Ring. 3 Stunden mit dem Auto. Wir hatten noch Babsi und Michelle an Bord genommen und mit unserem Fotografen war die Kiste auch bis zum Anschlag voll. Als es durch die Eifel ging, kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was für eine Zauberwaldlandschaft. Da hätten sie „Herr der Ringe“ auch gut drehen können.
Es gibt dort Vulkanseen inmitten riesiger Wälder. Aber der Magmaherd darunter, der immer noch aktiv ist, würde zur Zerstörung ganz Mitteleuropas führen, würde er ausbrechen.
Wenn ich da wohnen würde, ich würde jeden Morgen ein rohes Ei auf den Boden schmeißen um zu sehen was der Tag so bringt =)
Nun gut - mit dem Bulli auf Schumis Spuren fuhren wir auf das große Spektakel „Rock am Ring“ zu. Angekommen, ging es erst mal in das Aufenthaltszelt, wo sich mehr oder weniger der übliche Anblick bot. Die Jungs mit ihren Cognac-Schwenkern schwer auf Draht und das Mädchen mit dem schiefen Hütchen. Die Konsolen hatten ihre Spieler wieder.
Kurz vorgespult: Auf der Rückfahrt im Zug habe ich mit Hagen noch ein paar sehr nette Leute kennen gelernt, die auch auf dem Ring waren. Einer von ihnen, der bis Kiel musste, verdiente sein Geld ausschließlich damit auf irgend einer der Konsolen Fußball zu zocken. Er spielt für Deutschland auf Messen und Wettkämpfen und macht so sein Geld. Unglaublich. Er erzählte uns, dass die virtuellen Spieler so programmiert werden, dass sie weitestgehend ähnliche Eigenschaften aufweisen wie die im richtigen Leben. Aufgrund dessen spielen alle Barcelona. Also, wenn die gegeneinander antreten, spielt fast immer Barcelona gegen Barcelona. Das nur dazu.
Wieder zurück. So, nach ein wenig Ausruhzeit beim Gitarrenbespannen, ging es dann zur Bühne. Und es lag etwas in der Luft. Wir hatten einfach nur Bock Bock Bock !!!
Nach dem etwas beschaulichen Autohausabenteuer, war es für uns, als würden wir von einem Ozeankreuzer springen um den Rest der Strecke zu schwimmen. In den Ozean !!!!
Heimweh Fernsucht – 600 Pohlmann Fans zur Begrüßung tragen uns durch das Lied.
Dämon - erste Interessierte stellen sich dazu, geschätzte 1500 treiben mit uns den Teufel aus Sommer - Ach guck mal der Pohlmann. Spaß für 2500 Mädchen und Rabauken – Da ist nen Typ alleine mit ner Gitarre auf der Bühne! Mal sehen was der macht. 3500 Leute und jeder grinst. Was für eine Abfahrt
Zurück zu dir – Hagen macht mich und alle Anwesenden restlos fertig. Kurz den Heulkrampf runtergeschluckt - 4500Leute
Der Junge ist verliebt. Das letzte Lied. Mit geschwellter Brust tanzen wir dem Ende entgegen... Christian, Reiner, Christian und Hagen - wir sind dem 7. Himmel nahe... Ich schrei nur noch mit 3 Pullovern Gänsehaut „Scheiße!!! Dass das gleich vorbei ist!!!!! Und fühl mich wie William Wallacee in „Brave Heart“
Wir kommen zum Schlussakkord und...Baaaaaaammmmmmmmmm! Buuum! Aus!
Irgendwas mit 6000-7000 Leuten. Und wir hören nur noch Jubel und „Zugabe!“
Es ist so ein unfassbares Geschenk, das mit seinen Leuten auf der Bühne und den Fans teilen zu können.
Ringo am Ping mit Bänd bis bald … Ich kann nicht mehr ……
War das geil!
Vielen Dank - wir kommen wieder.
